TED talk – Was mein Körper alles kann

Ich stehe hinter der Bühne und weiß, dass ich gleich dran bin. Dass ich dort hochgehe und ein Konzert gebe. Meine Atmung ist relativ flach, mein Bauch fester als sonst, ich streiche mit über den Nacken und verschränke danach die Arme. Ich kann nicht so richtig still stehen und verschränke im Stehen auch meine Beine, mein Theaterlehrer sagte dazu in der Schule „Mädchenpipistand“ und fand ihn so schrecklich wie ich den Namen dafür. Aber es stimmt, wenn ich mich in der Situation hinter der Bühne von außen sehen würde, wüsste ich genau: Da steht jemand, der ganz und gar nicht entspannt und sicher ist, sondern eine Person, die sich kleiner machen will, die ihre 1,83 so weit wie möglich schrumpfen lassen will.

Und genau darum geht es in dem TED Talk von Amy Cuddy. Sie spricht von Körpersprache, als sei sie unser Instrument für den Spruch „fake it ’til you make it“ und das ganze klingt aus ihrem Mund ziemlich plausibel. Vor Situationen, von denen wir wissen, dass wir uns nicht wohl fühlen werden, machen wir uns klein. Wir schlagen die Beine übereinander (ganz gelenkige Personen kommen sogar mit dem Fuß hinter die Wade), wir halten uns die Hand vor den Mund, knabbern an den Nägeln, ziehen die Schultern hoch, machen den Rücken rund und sehen aus wie ein kleiner Igel, der es nicht schafft sich ganz zusammenzukugeln. Und mit diesem Gefühl gehen wir dann auch in die Situation. Die Stimme ist belegt, unsere Hände zittern und wir spannen die seltsamsten Körperregionen an.

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Amy Cuddy rät uns: Größe zeigen. Arme nach oben, Kopf hoch, Beine nicht verknoten, sondern breitbeinig stehen. Wenn es sein muss in den Spiegel lächeln. Das macht man natürlich nicht auf dem Flur vor dem Prüfungszimmer, wo einen alle anderen komisch anschauen und man sich dann doch ganz schnell ganz klein macht, sondern wenn es sein muss in einer Toilettenkabine (wenn sie groß genug ist….) Denn nicht nur fremde Menschen sind von Größe und einer selbstbewussten Körpersprache beeindruckt, sondern offensichtlich auch wir selbst. Wenn man sich im Spiegel anlächelt, dann werden Glückshormone ausgeschüttet, denn der Körper kann zwischen einem echten Lächeln und einem aufgesetzten Lächeln nicht unterscheiden, die Muskeln sind schließlich die gleichen.

Was sagt mir das also? Auch wenn diese Theorie umstritten ist, werde ich vor meinen nächsten Konzerten breitbeinig auf dem Klo stehen, die Arme nach oben reißen und lächeln was das Zeug hält. Kommt gerne vorbei und seht Euch das Ergebnis an.

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