Podcast – changing the tapes

Wer mit Vornamen Rob heißt und seinen Podcast „The Robcast“ nennt, bekommt bei mir reflexartig einen „nicht witzig“ Stempel, aber Rob Bell hat das ganz gut wieder rausgeholt, indem sein Podcast einfach sehr klug, aufbauend, zwischenmenschlich und gut anzuhören ist. Und das will für mich schon etwas heißen, denn er ist auf Englisch.

Rob Bell ist ein Pfarrer aus Kalifornien und er spricht über Jesus als wäre er der coolste Hipster unserer Zeit und über die Bibel als wäre sie ein ziemlich schlauer Abenteuerroman mit etwas viel Theatralik und Kitsch, was ich als nicht so christlicher Mensch sehr interessant finde. Wenn das aber gerade nicht der Fall ist, dann spricht Rob Bell über Zwischenmenschliches, über Ängste, Sorgen, Trauer und andere unangenehme aber irgendwie notwendige Gefühle. Oder er spricht über „die US-Amerikaner“ und ihr verwirrendes und durchaus zurecht beängstigendes Verhältnis zu Schusswaffen aller Art.

Die erste Episode, die mich jedoch wirklich nachhaltig beeindruckt hat, war die über Selbsturteile. Bei einem Event, das er gemacht hatte, meldete sich eine Frau und sagte: „Hallo, mein Name ist … und ich habe das Gefühl mich entschuldigen zu müssen, ich bin Scheidungsanwältin…“
Das ist zwar verständlicherweise kein Job, der bei anderen wahnsinnig gut ankommt, nicht so wie Grafikdesignerin oder Architektin (ich nehme an, dass das relativ neutrale, konfliktarme Berufe sind) aber dennoch ist Scheidungsanwältin durchaus ein notwendiger Beruf genauso wie Bestattungsunternehmer, was meiner Meinung nach mindestens ebenso unsexy klingt wie Müllmann oder Pathologin…

Wie dem auch sei, Rob Bell spricht darüber, dass es unheimlich wichtig ist, wie man über sich selbst denkt und in Folge dessen auch spricht. Am Anfang meines Studiums habe ich auf die Frage „Und was machst du so?“ immer geantwortet: „Ich studiere Jazz Gesang“ und alle so: „Echt? Cool!“ und ich: „Ja, aber ich habe gerade erst angefangen und es ist schon auch viel und verwirrend und in Klavier bin ich nicht so gut……. blablabla“
Was ich damit sagen will: Keiner nimmt eine Person sonderlich ernst, die ihre Fähigkeiten selbst vom ersten Augenblick an kritisiert und somit minimiert. Gegen eine gesunde Selbstkritik ist definitiv nichts einzuwenden, jedoch zählt der erste Eindruck einer Person unheimlich viel.

Rob Bell spricht einem also sehr aufbauend ins Gewissen, hört doch mal selbst und falls Euch das nicht genug ist; auf seiner Website kann man sich über 100 weitere Folgen kostenlos anhören und herunterladen.

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jardin ist mein Podcast mit Menschen, die ich interessant finde, die einzigartige Dinge tun, die alltägliche Dinge auf außergewöhnliche Art und Weise angehen und denen es sich in jedem Fall lohnt zuzuhören!

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