Laura Perrudin

Jeden Monat kaufe ich mir eine CD, meistens bei Dussmann in Berlin, denn da kann man stundenlang stöbern und probehören und schwärmen. Am Ende stehe ich fast immer zwischen den Regalen und rechne, ob ich nicht doch ein paar CDs mehr kaufen kann, stelle manche dann doch zurück, bin aber meistens mit der Auswahl sehr zufrieden.

Vor etwa zwei Jahren stand ich also in der Jazzabteilung irgendwo zwischen M und Q und bemerkte als Mitarbeiterempfehlung ein Albumcover mit Ranken drauf. Sah okay aus, also habe ich es eingescannt und was kam mir entgegen? Ein undeutbares Instrument und die ziemlich gute Stimme von Laura Perrudin.

Warum finde ich Laura Perrudin so spannend? Die Frau spielt Harfe und schon allein das Instrument lässt mich mal über den Tellerrand schauen, denn zuvor habe ich glaube ich noch nie bewusst Harfe gehört. Angelockt hat mich allerdings ehrlich gesagt das Cover ihres Albums „Impressions“, das 2015 veröffentlicht wurde. Darauf sind alle möglichen Klänge zu hören und ein großer Teil davon ist auf einer Harfe entstanden. Allerdings hört man auch Elektronik, Schlagzeug und natürlich ihre Stimme, die ein wenig heiser und doch immer klar klingt und so gar keinen französischen Akzent hören lässt, wenn sie Gedichte von James Joyce, William Butler Yeats oder Edgar Allan Poe singt.

Nachdem ich das Album schon oft gehört hatte, habe ich im Internet nach Videos gesucht und bin natürlich fündig geworden. Sehr eindrucksvoll fand ich ihr Cover von Björks Oceania. Sie strahlt finde ich eine ungeheure Ruhe aus, wirkt sehr sicher, beinahe arrogant und dabei kühl und passioniert zugleich.

Was bleibt nachdem ich das Album gehört habe? Die Lust auf mehr von Laura Perrudin, mehr Sphären, mehr Harfe, mehr alten Texte in neuem Gewand. Vielleicht verschlägt es sie ja mal nach Deutschland, ich würde diese Frau unbedingt live sehen! Bis dahin hören ich unfassbar gern ihr zweites Studioalbum, irgendwie düsterer und singe gemeinsam mit der wunderbaren Anna-Lucia Rupp unsere Version von „le poison“.

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