Gedanken zu… Alltagsrassismus

Alltagsrassismus ist ein fieses Thema und doch eins, mit dem ich immer wieder konfrontiert bin. Ich bin intellektueller Weise keine Expertin auf dem Gebiet und doch bin ich Expertin, denn ab und zu ist es einfach lächerlich, wenn hellhäutige Menschen über die richtigen Begriffe streiten um jemanden mit dunklerer Haut als solchen zu Beschreiben.
Ja, so läuft das oft, es gibt ein Verständnis dafür, dass es nicht so toll ist von Negerküssen zu sprechen (JA, auch dann nicht wenn sie vor 50 Jahren so hießen) und manche Menschen werden ganz verlegen, wenn sie die Hautfarbe einer Person ansprechen und bauen konfuse Sätze deswegen. Aber manchmal weiß man gar nicht mehr wo vorne und hinten ist, denn noch dazu hat nun jedeR eine eigene Meinung. So finde ich es nicht sehr passend als farbig beschrieben zu werden und auch der Begriff people of color leuchtet mir nicht ganz ein. Ich fühle mich dann manchmal zu bunt und bevorzuge schwarz. Dann muss nur ein Kindergartenkind vorbeikommen und sagen: „Du bist ja gar nicht schwarz, Du bist schoko“ und alle nicken begeistert. Aber meine Haut ist weder Karamell noch Schoko noch Capuccino. Genausowenig wie die Haut meiner besten Freundin Kartoffel, weiße Schokolade oder Milchpulver ist.
Und spätestens im Senegal musste ich einsehen, dass ich nicht schwarz bin. Hier bin ich tubab, also weiß/ europäisch/ die mit dem Geld/ zu hell um dazu zu gehören. Manche nannten mich so: Famatubab und ich ärgerte mich und verdrückte in meinem Zimmer ein paar Tränen. Und dann habe ich mich noch ein bisschen mehr geärgert, weil eine 13-jährige mich zum Heulen bringen kann.
Aber naja, so ist es halt. In Dakar habe ich ein Mädchen kennengelernt, deren Mutter Japanerin ist und deren Vater aus dem Senegal kommt. Leben tun sie aber alle drei in der Schweiz… Da bin ich ja mit einer deutschen Mutter in Deutschland noch ganz gut dabei denke ich mir und wische mir übers Gesicht.
Aber es ist nun mal fies. Wo gehöre ich hin kann ich mich immer wieder fragen und dann kommt auch die Frage: Wieso muss ich irgendwohin gehören?

 

 

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